- Rückblick 2023 -

Dem Frieden ein Gesicht geben – die Ausstellung im Diözesanmuseum


„Endlich ist zwischen den Keyserlichen

und Schwedischen ein handschlag geschehen ...

mitt dem andeutten, daß hiermitt der Schwedische friede solle geschloßen seyn.“ 

(Gesandte Sachsen-Altenburgs, 1648)



Ein virtueller Rundgang durch die Sonderausstellung


Was gibt es zu sehen?

Auswurfmünze

Auswurfmünze, 14.Oktober 1648, Metall, Diözesanmuseum Osnabrück, Foto: H. Pentermann

 

 

 

Der Friedensschluss war ein bedeutsames Ereignis, das gebührend gefeiert wurde. Aus diesem Grund ließ man auch sogenannte Auswurfmünzen prägen, die unter das Volk geworfen wurden – eine Tradition, die im Kern bis in die römische Kaiserzeit zurückreicht. Ein Exemplar einer solcher Münze, welche erst kürzlich als großzügige Schenkung in den Bestand unseres Museums übergegangen ist, können Sie in unserer Sonderausstellung bewundern.

Hansken der Elefant

Anonymus, Hansken der Elefant, Stich, ca. 1650, Rijksmuseum Amsterdam, Object number RP-P-OB-77.795, (Public Domain CC0 1.0 Universell)

 

 

Hansken war in Osnabrück! 

Ansammlungen wichtiger Persönlichkeiten zogen auch immer Schausteller und Gaukler an, die bisweilen mit Tieren auftraten. Ein Beispiel ist der wohl auf Ceylon (heute Sri Lanka) geborene Elefant Hansken, der im zweiten Viertel des 17. Jahrhunderts mit seinem Besitzer durch Europa tourte und während der Friedensverhandlungen auch in Osnabrück Station machte. Leider können wir diesen schönen Druck aus dem Rijksmuseum in Amsterdam nur als Kopie zeigen, aber ein Elefant mit dem Namen Hansken muss einfach einen besonderen Platz in unserem Herzen haben.

 

Goldene Kutsche

Goldene Kutsche der Dona Maria Francisca de Sabóia aus der 2. Hälfte 17. Jh., Kutschen-museum Lissabon, Modellnachbau (1:10) von José Cardoso Brito, Portugal, Foto: Brito/Museo Nacional dos Coches, Lissabon

 

Die Gesandten stritten nicht nur um die Details des Friedensvertrages, sie wetteiferten auch in ihrer Selbstdarstellung. Durch die zur Schau gestellte Pracht wollten sie ihre eigene Bedeutung unterstreichen. Ein Mittel der Wahl waren prunkvolle Kutschen. Zwei nach Originalvorbildern geschaffene Modelle können Sie in unserer Sonderausstellung bewundern.

Friedensvertrag

(Instrumentum Pacis Osnabrugensis, IPO), 24. Oktober 1648 (Kaiserliches Exemplar), Papier, 41 aufgedrückte Siegel, AT-OeStA/HHStA UR AUR 1648 X 14/24, Foto: H. Pentermann

 

 

Friede zwischen Kaiser Ferdinand III. und den deutschen Reichsständen einerseits und Königin Christina von Schweden andererseits. Ein Friedensvertrag bedarf natürlich auch der schriftlichen Fixierung. Im Falle der Osnabrücker Verhandlungen trägt das Ergebnis den klangvollen Namen „Instrumentum Pacis Osnabrugensis“. In unserer Sonderausstellung können wir erstmals in Osnabrück das für den römisch-deutschen Kaiser bestimmte Exemplar zeigen.


Fragment eines Nachttopfs

Fragment eines Nachttopfs 16./17. Jh.,

Stadt- und Kreisarchäologie Osnabrück

 

  

 

 

 

 

 

Unsere Sonderausstellung richtet ihren Blick auch auf das alltägliche Leben und dazu gehörten auch die ganz menschlichen Bedürfnisse. Das Fragment eines Nachttopfs, welches uns die Stadt- und Kreisarchäologie Osnabrück freundlicherweise zur Verfügung stellt, zeigt in einer Darstellung passenderweise gleich seinen korrekten Gebrauch.

Osnabrücker Handschlag

Federzeichnung des Osnabr. Handschlags, Landesarchiv Thüringen, Staatsarchiv Gotha, Geheimes Archiv A VII Nr. 12, Bl. 334

 

Bei Verhandlungen heißt es heute häufig, dass man an einem Tisch zusammenkommt. Das dies in Bezug auf die Friedensverhandlungen in Osnabrück nicht wörtlich zu nehmen ist, belegt die Federzeichnung aus dem Staatsarchiv Gotha. Sie zeigt die Sitzordnung der Abgesandten beim sogenannten Osnabrücker Handschlag im schwedischen Quartier, durch den man den Osnabrücker Frieden besiegelte. Bei der Sitzordnung achtete man streng auf die Hierarchien und verteilte die Abgesandten auf verschiedene Tische.

Johan Axelsson Oxenstierna

Porträt von Johan Axelsson Oxenstierna, Mitte des 17.Jh., Museum Lindau, Foto: Christian Flemming

 

Er war vielleicht die schillerndste Persönlichkeit unter den Abgesandten in Osnabrück: Graf Johan Axelsson Oxenstierna af Södermöre, Sohn des schwedischen Reichskanzlers. Seine Gelage waren berüchtigt, daher entwickelte sich das schwedische Quartier zum gesellschaftlichen Mittelpunkt Osnabrücks. Oxenstierna war ein Verfechter der Alternativsukzession, die das Fürstbistum Osnabrück für die nächsten 150 Jahre prägen sollte.

Bischofsstab

Bischofsstab von Johannes Bisschopinck, Mitte des 17.Jh., Diözesanmuseum Osnabrück, Foto: S. Kube

  

Der Osnabrücker Fürstbischof Franz Wilhelm von Wartenberg vertrat das Bistum bei den Verhandlungen zum Westfälischen Frieden zwar eigentlich selbst, aber er hielt sich häufig in seinem zweiten Hochstift Regensburg auf. In seiner Abwesenheit wurde er vom Osnabrücker Generalvikar Johann Bischopinck vertreten, der regelmäßig Bericht erstattete. 1657 wurde Bischopinck Weihbischof von Osnabrück. Sein kunstvoll gestalteter Bischofsstab ist heute Teil der Dauerausstellung unseres Museums.


Öffentliche Führungen durch die Sonderausstellung

Das Museum bietet regelmäßig öffentliche Führungen durch die Sonderausstellung an.

Die Führungen sind optimal, um sich einen Überblick zu verschaffen und spannende Einblicke in das Leben der Gesandten im Friedensprozess zu erhalten.

Termine

11. Juni : 14:30 Uhr

02. Juli : 14:30 Uhr

20. August : 14:30 Uhr

17. September : 14:30 Uhr

15. Oktober : 14:30 Uhr

Treffpunkt

Forum am Dom

Domhof 12 | 49074 Osnabrück

Preise

2 € pro Person

plus Museumseintritt (5 € regulär; 3,50 € erm.)

Weitere Führungen

durch die Sonderausstellung sind auf Anfrage möglich. Rufen Sie uns gerne an unter 0541/ 318-481 und vereinbaren Sie Ihren Termin. Die Kosten sind 40 € pro Gruppe zzgl. Museumseintritt.


Kuratorinnenführungen

Ein Rundgang durch die Ausstellung mit Friederike-Andrea Dorner. 

Foto: A. von Brill

Tauchen Sie ein in das Leben der Gesandten in Osnabrück zur Zeit der Friedensverhandlungen und stellen Sie der Kuratorin Ihre Fragen!

Termine

18. Juni : 14:30 Uhr

06. August : 14:30 Uhr

22. Oktober : 14:30 Uhr

05. November : 14:30 Uhr

Treffpunkt

Forum am Dom

Domhof 12 | 49074 Osnabrück

Preise

2 € pro Person

plus Museumseintritt (5 € regulär; 3,50 € erm.)


Kunst in Kürze

Die beliebte Vortragsreihe steht ganz im Zeichen des Friedensjubiläums.

Von Juli bis November rücken die Referent*innen jeden Monat ein Stück aus der Ausstellung in den Mittelpunkt.

Der Eintritt ist frei.

Termine

Do, 06. Juli : 18:00 Uhr

Von goldenen und gläsernen Gesandtenkutschen

Friederike-Andrea Dorner

 

Do, 03. August : 18:00 Uhr

„Der große Schrecken des Krieges“ von Jacques Callot

Stefan Spitzer

 

Do, 07. September : 18:00 Uhr

Der Wappenstein von Johann Maximilian Graf von Lamberg

Dr. Hermann Queckenstedt

 Do, 05. Oktober : 18:00 Uhr

Die Skizze zum Osnabrücker Handschlag 1648

Samuel Arends

 

Do, 02. November : 18:00 Uhr

Der Bischofsstab von Weihbischof Johannes Bisschopinck

Dr. Hermann Queckenstedt

 

 


Führungen Bischofshaus und -garten

Am 6. August 1648 wurde im schwedischen Quartier auf dem Gebiet des heutigen Bischofshauses mit dem Osnabrücker Handschlag der Durchbruch für die jahrelangen Verhandlungen erzielt. 

Aus diesem Grund wird das Palais erstmals Teil einer Sonderausstellung und kann im Rahmen von Führungen besucht werden. Der Rundgang beinhaltet die beiden historischen Stätten des Kellers und Gartens und dauert circa 45 Minuten.

Termine

10. Juni : 11:00 Uhr

01. Juli : 11:00 Uhr

19. August : 11:00 Uhr

16. September : 11:00 Uhr

14. Oktober : 11:00 Uhr

Anmeldung erforderlich

telefonisch unter 0541/ 318-481

Treffpunkt

Eingang Bistumsarchiv

Große Domsfreiheit 10

49074 Osnabrück

Preise

2 € pro Person


Für Kinder und Jugendliche

Museumspädagogik

Gib dem Frieden DEIN Gesicht

Vor fast 400 Jahren trafen sich in Osnabrück und Münster viele Männer, um den 30-jährigen Krieg zu beenden. Nach langen Verhandlungen haben sie es geschafft – der Westfälische Frieden war beschlossen! 

 

Den feiern wir in diesem Jahr besonders und zeigen in einer Ausstellung, wie es früher in Osnabrück war und wie die Männer hier gelebt haben und verhandelt haben. 

Sie sind die Gesichter des Westfälischen Friedens. 

Aber die Suche nach Frieden ist auch heute nicht zu Ende. Ob wir vom Westfälischen Frieden lernen können soll Thema einer kurzen Führung durch die Ausstellung sein.

 

Dort lassen wir uns auch von den Porträts der Gesandten inspirieren und geben dem Frieden UNSER Gesicht.

Terminvereinbarung

telefonisch unter 0541/ 318-481.

Der Workshop

dauert circa 90 Minuten und ist für Kinder ab 8 Jahren geeignet.

Preise

Das Angebot ist kostenlos.

Über eine Spende freuen wir uns.


Digital – „Museum to Go“

heißt die Reihe auf unserem YouTube-Kanal, in der Bistumsgeschichte spielerisch lebendig wird! Die Serie wird 2023 fortgesetzt. Im Mittelpunkt: die Gesandten und ihr Ringen um den Westfälischen Frieden!

Neuigkeiten dazu finden Sie hier:


Inklusion

Leider sind Museen und Ausstellungen noch immer Orte, von denen viele Menschen ausgeschlossen sind. Nutzer*innen von Leichter Sprache zum Beispiel. Das sind Menschen mit Lernschwierigkeiten, aber auch die, die gerade erst beginnen, Deutsch zu lernen oder (noch) Analphabten sind. 

 

Menschen den Zugang zum Diözesanmuseum zu ermöglichen, verstehen wir nicht als Option, sondern als Verpflichtung.

Nach dem Dom- und dem Museumsführer in Leichter Sprache erscheint in diesem Sommer ein Infoheft zum Westfälischen Frieden, das erstmals umfassend über die Vorgeschichte, die Verhandlungen und den Friedensschluss informiert.

Das Heft wird von einer inklusiven Redaktion erarbeitet und ist auf Leichte Sprache geprüft.

 

Dazu wird es auf unserer Webseite Arbeitsblätter geben, die insbesondere Förderschul*lehrerinnen ermöglichen sollen, das Thema im Unterricht zu behandeln.

Informationen dazu

telefonisch unter: 0541/ 318-487.


Ausstellung war vom 7. Juni bis 5. November 2023

KONTAKT 

Domschatzkammer und

Diözesanmuseum Osnabrück

Domhof 12 | 49074 Osnabrück

Telefon  0541 318 481

museum@bistum-os.de

www.dioezesanmuseum-os.de

ÖFFNUNGSZEITEN

dienstags bis sonntags

11-18 Uhr